für Ärzte & Apotheker

Herpes Labialis

80-90% der Bevölkerung über 50 Jahre werden positiv auf das Herpes-Virus getestet, doch lediglich 20-40 % leiden regelmäßig unter Fieberblasen. 90% der Betroffenen sind auf der Suche nach Beratung oder Behandlungsmöglichkeiten.

Aus diesem Grund finden Sie hier umfangreiche Informationen rund um die Erkrankung Fieberblasen, damit Sie Ihrem Kunden mit Rat und Tat zur Seite stehen können:

  • Wie wird das Virus übertragen?
  • Wie wird das Virus aktiviert
  • Welchem Lebenszyklus unterliegt das Virus?
  • Welche Belastung empfinden die Betroffenen durch Fieberblasen?

Daneben finden Sie ein Kompendium, damit Sie Ihrem Kunden ergänzende Ratschläge zu dieser Krankheit geben können.

Herpes-Simplex-Virus

Herpesbläschen bestehen aus einer Ansammlung rot umrandeter Bläschen (Vesikeln), die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie befallen das Gesicht besonders an den Übergängen zwischen Haut und Lippen (Herpes labialis) und den Nasenlöchern. Manchmal sind sie mit Fieber verbunden (Herpes febrilis) und werden in diesem Zusammenhang als Fieberbläschen bezeichnet.

Auslöser der Fieberblasen ist das humane Herpes simplex –Virus

Es werden das Herpes-Simplex Virus, Typ 1 (HSV-1) und Typ 2 (HSV-2) unterschieden. Während das HSV-1 Virus normalerweise den Bereich um Lippen und Nasenlöcher befällt, infiziert das HSV-2 Virus in der Regel den Geschlechtsbereich. Allerdings sind auch Kreuzreaktionen zwischen den beiden Virentypen bekannt.

Die Übertragung des Virus geschieht durch engen Kontakt mit einer Person, die das Virus abscheidet.

Prävalenz des Herpes Simplex Virus

  • Das Herpes-Simplex -Virus ist sehr ansteckend
  • Die erste Infektion mit HSV-1 geschieht häufig bereits in der Kindheit. 30-60% der Kinder unter 10 Jahren kommen mit dem Virus in Kontakt.
  • 80-90% der Bevölkerung im Alter über 50 Jahren werden positiv auf das HSV-1- Virus getestet
  • Lediglich bei 20-40% der Bevölkerung löst das Virus Fieberblasen aus. Bei dem Großteil der Bevölkerung ist das HSV-1-Virus inapparent.
  • Die Häufigkeit eines rezidivierenden Auftretens von Fieberblasen ist bei den Betroffenen unterschiedlich, es kann wöchentlich, monatlich, jährlich oder niemals sein.

Die Erstinfektion mit dem HSV-1-Virus verläuft häufig ohne dass Beschwerden auftreten bzw. bemerkt werden. Wenn es zu Beschwerden kommt, handelt es sich häufig um eine Entzündung der Mundschleimhaut (Gingivostomatitis herpetica) wie beispielsweise eine Entzündung der Zunge, der Lippen, des Zahnfleisches, der Schleimhaut der Mundhöhle sowie des harten und weichen Gaumens oder um mannigfaltige Bläschen, die sich zu schmerzhaften Ulcera mit Fieber entwickeln können.

Nach der Erstinfektion mit dem HSV-1- Virus, wandert das Virus den sensorischen Nerven entlang und entwickelt sich zu einer chronischen, latenten oder ruhenden Infektion der Ganglien von sensorischen Nerven. Das HSV-1 Virus wurde bei Betroffenen im Trigeminus-, Facial- und Vagusnerv gefunden.

Wird das Virus durch bestimmte Auslöser aktiviert, wandert es wieder entlang der sensorischen Nerven zu den Epithelzellen, die häufig in der Nähe der ursprünglichen Infektionsstelle liegen. So entstehen rezidivierende Herpes simplex oder Herpes labialis Läsionen.

Übertragung des Herpesvirus

Das Herpes-Virus wird durch engen Kontakt zwischen einer kontagiösen und einer, bisher nicht infizierten, Person übertragen.

Die höchste Inzidenz einer Neuinfektion besteht in der Kindheit, der Zeit des körpernahen Umganges zwischen den Familienmitgliedern und den Kinder, aber auch der Zeit, in der ein Kontakt zwischen Kindern beispielsweise im Kindergarten oder der Schule nicht kontrolliert werden kann.

Die erste Infektion mit dem HSV-1-Virus

  • Die erste Infektion mit dem HSV-1-Virus geschieht über die Mundschleimhaut oder leicht angeraute Haut.
  • Direkt an oder nahe der Infektionsstelle verschmilzt das HSV-1 Virus mit der Zellmembran der Epithelzelle.
  • Das Virus setzt die virale DNA in der Zelle frei und diese gelangt in den Zellkern. Dort wird die genetische Information des Virus solange repliziert bis es zu einem Absterben der Zelle kommt. Dadurch wird das Virus wieder freigesetzt und kann weitere Epithelzellen infizieren. Dies kann, aber muss nicht zu klinischen Symptomen führen.
  • Das Virus wandert entlang der sensorischen Nerven zu den Ganglien des Trigeminus-, Facial- oder Vagusnerv um dort eine chronische, ruhende (latente) Infektion zu entwickeln.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen Antikörper gegen das HSV-1-Virus bilden.

Es wird angenommen, dass Betroffene, die immer wieder unter Fieberblasen leiden, einen Defekt im T2-Helferzellsystem haben oder ein Defizit in der Cytokinin-Produktion. Dies erlaubt den ruhenden Viren, das Immunsystem zu überwinden.

Rezidivierende Infektion mit Fieberblasen

Wird das ruhende Virus aktiviert, wandert es vom Ganglion entlang der sensorischen Nerven und infiziert gesunde Hautzellen, die sich in der Nähe oder an der Stelle der ursprünglichen Infektion, häufig am Übergang von Lippe und Haut, befinden.

  • Die Infektion der Haut geschieht sehr schnell. Es scheint, dass die Nervenzellen an verschiedenen Stellen die Epidermis infizieren und nach zwei bis drei Vermehrungszyklen des Virus die sichtbare Entwicklung des Fieberblasen beginnt.
  • Es wird angenommen, dass die Ausdehnung des Herpes simplex im Verhältnis zum sensorischen Versorgungsgebiet der infizierten Nerven steht.
  • Die andauernde virale Vermehrung und das Absterben der Zellen aktiviert das körpereigene Abwehrsystem und löst die Entzündungsreaktion aus, die sich in Bläschenbildung und anschließenden Ulcerationen äußert.
  • Das Immunsystem dämmt die HSV-1 Infektion ein und verhindert eine weitere Ausbreitung. So kann sich Schorf bilden und die Entzündung abheilen.

Die folgende Abbildung veranschaulicht diesen Prozess

Auslöser der wiederkehrenden Fieberblasen

  • Emotionale Belastungssituationen, Stress
  • Erkrankungen wie beispielsweise Fieber oder Erkältungen
  • Sonneneinstrahlung (UV-Licht)
  • Traumata wie zahnärztliche Behandlung oder Operationen die den Trigeminus-Nerv betreffen
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Menstruation
  • Jahreszeitlich bedingte Auslöser wie beispielsweise Kälte im Winter oder intensive Sonneneinstrahlung im Sommer, die zudem auch zu aufgesprungenen Lippen führen können.
  • Schwächung des Immunsystems beispielsweise bei HIV-infizierten Personen oder Personen, die sich einer Chemotherapie unterziehen

Die Auslöser können sich bei den Betroffenen unterscheiden.

Die meisten Betroffenen kennen ihre persönlichen Auslöser, aber es lohnt sich mit ihnen darüber zu sprechen. Nur so können sie sicher sein, dass sie beim ersten Anzeichen für Fieberblasen mit der Behandlung beginnen können.

ERAPROTECT® beugt Fieberblasen bei starker Sonneneinstrahlung vor.

Beratungs-Kompendium

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Führen Sie sich vor Augen, dass ein Betroffener sich aufgrund seiner Lippenbläschen befangen fühlt, sich möglicherweise sogar dafür schämt. Suchen Sie den Blickkontakt und schauen Sie nicht auf die Anzeichen des Herpes. Manch Betroffener verwendet auch ungern das Wort Herpes.

Allgemeiner Rat

  • Wenn ein Betroffener die Auslöser kennt, die bei ihm zu Fieberblasen führen, ist der beste Weg, die Entstehung von Fieberblasen zu vermeiden und den Auslösern aus dem Weg zu gehen. Sollte beispielsweise Sonnenlicht zu den Auslösern gehören, sollte eine Lippenpflege mit einem hohen UV-Schutz verwendet oder eine Kopfbedeckung getragen werden
  • Legen Sie den Betroffenen nahe, die Behandlung zu beginnen, sobald die ersten Anzeichen für Fieberblasen auftreten.· Arzneimittel wie ERAZABAN® können die Heilung beschleunigen und die Dauer der Symptome verkürzen
  • Denken Sie daran, dem Patienten die ersten Anzeichen und Symptome von Fieberblasen wie Kribbeln, Schmerz, Brennen, Juckreiz und Hautrötung zu beschreiben
  • Raten Sie den Betroffenen, immer ein Arzneimittel zur Behandlung von Fieberblasen greifbar zu haben, ob zu Hause, in der Schule oder bei der Arbeit. So sind sie immer vorbereitet, die Fieberblasen schon bei den ersten Anzeichen zu behandeln.
  • Weisen Sie die Betroffenen darauf hin, dass sie sich die Hände waschen bevor und nachdem sie die Herpesbläschen oder Lippen berührt haben und sie die Finger nicht in die Nähe der Augen bringen sollten.
  • Fieberblasen ist sehr ansteckend. Legen Sie den Betroffenen nahe, ab der prodromalen Phase bis zur endgültigen Abheilung auf zu engen  körperlichen Kontakt zu verzichten.
  • Menschen mit Fieberblasen sollten besonders beim Umgang mit Neugeborenen und mit Personen ohne intaktes Immunsystem wie bei Aids oder bei einer Chemotherapie vorsichtig sein.
  • Weisen Sie die Betroffenen darauf hin, dass sie Tassen, Handtücher Lippenstifte und andere Objekte nicht mit anderen Menschen teilen, wenn sie Fieberblasen haben.

Wann sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen

  • Wenn es sich bei dem Betroffenen um ein Kind oder einen alten Menschen handelt
  • Wenn die Herpesbläschen sich nicht nur im Bereich um den Mund und den Nasenlöchern befinden
  • Wenn sich die Herpesbläschen auf anderen Teilen des Körpers besonders Auge und Augenlid ausbreiten
  • Wenn der Betroffene in Verbindung mit den Herpesbläschen auch unter anderen Symptomen wie Fieber oder Ausschlag leidet
  • Wenn sich die Herpesbläschen von den bisherigen Fällen unterscheiden, es beispielsweise länger dauert als üblich, die Beschwerden stärker sind als sonst und wenn sie nicht auf die Behandlung ansprechen
  • Wenn die Herpessymptome sehr häufig wiederkehren und von Schmerzen und größeren Ulcera begleitet werden, die das tägliche Leben beeinträchtigen.
  • Wenn der Betroffene über ein geschwächtes Immunsystem verfügt beispielsweise infolge einer HIV Infektion, Chemotherapie oder bei transplantierten Patienten.
  • Wenn der Betroffene in der Vergangenheit unter atopischer Dermatitis gelitten hat, da es möglich ist, dass das Virus in diesem Fall zu einem Ekzema herpeticum führen kann. Wenn dies passiert, kann sich das HSV-1 Virus auf alle viszeralen Organe ausdehnen und zu einer erhöhten Morbidität und/oder Mortalität führen.
  • Wenn der Betroffene in der Vergangenheit unter einem Erythema multiforme gelitten hat, kann das wiederholte Auftreten von Fieberblasen in bis zu 60% der Fälle auch diese Krankheit auslösen.
  • Wenn die Herpesbläschen mit einer bakteriellen Infektion oder Pilzinfektion infiziert werden, benötigt der Betroffene eine Behandlung mit einem topischen oder oralen antimikrobiellen Arzneimittel

Quellenangabe

Barbarash RA. Today’s Therapeutic Trends 2001; 19: 39-58

Cunningham AL, et al. J Clin Invest 1985;75:226-233

Huff JC, et al. Am Acad Dermatol 1981; 5: 550-557

Market Research

Spruance SL, et al. The New England Journal of Medicine 1977; 297(2): 69-75

Spruance SL. In: Sacks SL, Straus SE, Whitley RJ, Griffiths PD, eds. Clinical Management of Herpes Viruses. Washington, DC: IOS Press; 1995: 3-42

Whitely RJ and Gnann JW. In: Roizman B, Whitely RJ, Lopez C, eds.  The Human Herpes Viruses. Raven Press Ltd, New York 1993: 69-80

Wissenschaftlicher Hintergrund der Herpesbehandlung

Die Behandlung von Fieberblasen ist bereits seit vielen Jahren möglich.

Heute gehören zu den verschreibungsfreien Behandlungsmöglichkeiten (OTC) aus der Apotheke:

  • Antivirale Produkte oder
  • Topische Produkte, die zur Linderung der Symptome angewendet werden

Die Einführung von ERAZABAN® läutet ein neues Zeitalter in der Behandlung von Fieberblasen ein. Andere antivirale Produkte bekämpfen den Virus in den bereits befallenen Zellen. ERAZABAN® hingegen verhindert den Befall weiterer, noch gesunder, Zellen mit dem Herpes-Virus.

ERAZABAN®

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Erazaban bei Fieberblasen

ERAZABAN® ist nach bislang vorliegenden In-vitro-Untersuchungen im Gegensatz zu anderen bei Fieberblasen eingesetzten Produkten offenbar das einzige Selbstmedikationsprodukt für die Behandlung von Fieberblasen im Frühstadium, das aufgrund seines Wirkprinzips ein Übergreifen von Herpesviren auf noch gesunde Zellen verhindern könnte. Der genaue Wirkmechanismus von Docosanol – dem Wirkstoff von ERAZABAN® –  ist allerdings noch nicht bekannt. Als Docosanol 100 mg/g Crème wurde das Arzneimittel im Jahr 2000 erstmals in den USA eingeführt.

Was ist Docosanol?

  • ERAZABAN® enthält n-Docosanol, einen gesättigten Alkohol mit 22 Kohlenstoffatomen. 1970 wurde die antivirale Aktivität gesättigter und ungesättigter Alkohole entdeckt und diese Erkenntnis zu Docosan-1-ol (C22 H46 O) weiterentwickelt, das bei lipidumhüllten Viren seinen Einsatz findet.

Wie wirkt ERAZABAN® ?

  • ERAZABAN® 100mg/ g Creme, verhinderte in Laboruntersuchungen an menschlichen Zellen das Eindringen des HSV-1-Virus in gesunde Hautzellen.2
  • Ein mögliches Modell für die Wirkungsweise von ERAZABAN® ist, dass die ERAZABAN® 10% Creme nach dem Auftragen absorbiert und der Wirkstoff Docosanol metabolisiert wird. Die entstehenden Metabolite werden möglicherweise in die Zellmembran eingebaut, und verhindern dadurch, dass lipidumhüllte Viren, wie das HSV-1-Virus, in die Zellen eindringen und sich dort replizieren können.
  • ERAZABAN® wirkt nach den Ergebnissen von Laboruntersuchungen anders als herkömmliche antivirale Wirkstoffe, wie beispielsweise Aciclovir oder Penciclovir. Der genaue Wirkmechanismus ist allerdings noch nicht bekannt.
  • Herkömmliche antivirale Wirkstoffe wirken, wenn die Zelle bereits infiziert ist, da das Virus notwendig ist, um die Hemmung der Replikation durch den Wirkstoff zu aktivieren.
  • Die systemische Verfügbarkeit von Docosanol  ist vernachlässigbar
  • ERAZABAN® 100 mg/g Crème zur Behandlung früher Stadien von Herpes simplex-Infektionen der Lippen

Resistenzbildung

Die Entwicklung von Resistenzen wird als  unwahrscheinlich angesehen, da Docosanol keinen unmittelbaren Einfluss auf das Herpesvirus hat, sondern – wie in-vitro-Untersuchungen vermuten lassen – offenbar die Zellen verändert. *

ERAZABAN®  Klinische Studien

Die multizentrischen, randomisierten doppelblinden Studien2,4 mit 737 Patienten, die Fieberblasen innerhalb der ersten zwölf Stunden nach Auftreten der ersten Symptome entweder mit ERAZABAN® oder Placebo behandelten, zeigte in der Gruppe, die mit ERAZABAN® behandelt wurden, dass:

  • bei 25% innerhalb von 2,5 Tagen die Fieberblasen abgeheilt waren
  • bei 50% nach 4.1 Tagen die Fieberblasen abgeheilt war
  • die mittlere Heildauer deutlich im Vergleich zu Placebo verkürzt war (p=0.008);
  • die  Symptome wie Schmerzen, Kribbeln, Brennen und Jucken deutlich schneller nachließen als bei Placebo (p=0.002);
  • die typischen Herpesläsionen im Vergleich zu Placebo schneller abheilten (p < 0.023);
  • die Zeit bis die Entzündungen abgeheilt waren im Vergleich zu Placebo verkürzt war (p < 0.001);
  • die Verträglichkeit dem Placebo entsprach

In einer weiteren Studie(3) mit  63 Patienten, die 98 Fälle von Fieberblasen durchlebten, wurden 48 Episoden mit ERAZABAN® und 50 mit Placebo behandelt.

Patienten die in der prodromalen oder Erythemphase mit Docosanol behandelt wurden, zeigten:

  • eine schnellere Abheilung im Vergleich zu Placebo (2.5 ± 2.4 Tage versus 6.8 ± 4.2; P < 0.001)
  • eine schnellere Abheilung bei Behandlung ab der Papula-Phase mit Docosanol (6.8 ± 3.2 Tage, P < 0.001) im Vergleich zu einer Behandlung  mit Placebo (7.3 ± 2.7 Tage, P <0.001)

In den weiteren Krankheitsfällen wurde die Behandlung nach einem Cross-over-Design zugeordnet. Es zeigte sich hier dass

  • Patienten, die in einem späteren Stadium mit der Behandlung mit Docosanol begonnen hatten, eine schnellere Abheilung aufwiesen, als Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. (5.6 ± 2.1 Tage versus 8.0 ± 2.6 Tage; P=0.03)
  • die Verträglichkeit von Docosanol mit der von Placebo vergleichbar war

ERAZABAN® Je früher, desto besser

*In der Regel dauert es 8-10 Tage bis Herpesbläschen  abgeheilt sind

Herkömmliche antivirale Wirkstoffe

Derzeit sind mit Aciclovir und Penciclovir zwei antivirale Wirkstoffe für die nicht verschreibungspflichtige Behandlung von Herpes labialis verfügbar:

  • Aciclovir wurde 1981 als verschreibungspflichtiges orales, antivirales Arzneimittel zugelassen.
  • 1992 wurde die topische Creme aus der Verschreibung entlassen.
  • Penciclovir wurde 1996 zur topischen Anwendung als verschreibungspflichtiges Produkt in den USA und einigen wenigen Ländern zugelassen und steht heute als nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Verfügung.

Wie wirken diese Wirkstoffe?

  • Aciclovir und Penciclovir haben im Wesentlichen eine ähnliche Wirkung
  • Beide Wirkstoffe werden von den, mit HSV-1 infizierten Zellen aufgenommen und durch die HSV-1 Thymidin-Kinase in die Monophosphatform überführt. Im Anschluss wandeln Zellkinasen die Mono-Phosphate in die Triphosphatform um. Diese sorgen dafür dass die HSV-1 DNA Polymerase und damit die DNA-Synthese und Replikation blockiert wird.(5)
  • Während Aciclovir die virale DNA Polymerase stärker hemmt, ist die phosphorylierte Form von Penciclovir wirksamer und weist eine höhere Konzentration und längere Halbwertszeit auf.(6)

Was zeigen klinische Studien?

Eine Reihe von klinischen Studien mit Acivclovir 5% Creme(7),(8),(9) und Penciclovir 1% Creme(10) belegen eine Verkürzung der Krankheitsdauer bei Herpesinfektionen.

Topische Produkte zur Symptomlinderung

Topische Produkte zur Symptomlinderung behandeln nicht die Ursache der Herpesinfektion sondern ermöglichen dem Betroffenen eine Erleichterung bei den, mit der Krankheit in Verbindung stehenden Symptomen.

Diese Produkte enthalten häufig eine Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, die im Folgenden beschrieben werden.

Häufig sind zum Nachweis der Wirksamkeit dieser Wirkstoffe bei der Beschleunigung der Heilung oder Verminderung der Symptome nur wenig Daten vorhanden oder keine klinischen Daten veröffentlicht.

Entzündungshemmer (z.B. Acetylsalicylsäure)

zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen.

Adstringenzien

sind Substanzen, die aufgrund ihrer Reaktion mit dem Eiweiß der obersten Hautschichten zum Abtrocknen der Haut  eingesetzt werden.

Antiseptika oder Antiinfektiva (z.B. Benzalkoniumchlorid, Campher, Cineol, Phenol und Zinkoxid)

hemmen die Vermehrung von Mikroorganismen und vermindern damit das Risiko einer bakteriellen Sekundärinfektion.

Zinkoxid, Glycin:

Die Wirksamkeit der Creme wurde in einer kleinen randomisierten placebo-kontrollierten Studie11 mit 46 Patienten mit Herpesinfektion untersucht.  Die Heildauer war in der mit Zink behandelten Gruppe im Vergleich zu Placebo verkürzt.

Antipruritische Wirkstoffe (z.B.. Campher, Menthol)

können den Juckreiz mildern und damit eine gewisse Erleichterung bei Fieberblasen bewirken.

Cremes und Salben

feuchten die Lippen in der Phase der Schorfbildung und der Heilungsphase an und verhindern, dass diese spröde werden.

Wundheilung (z.B. hydrokolloidale Pflaster).

Auch wenn Pflaster keinen Effekt auf die Replikation des Virus oder die Entwicklung von Fieberblasen haben, können sie eine physikalische Barriere darstellen. Zudem kann es den Betroffenen davon abhalten, die Fieberblasen zu berühren. Das Hydrokolloid kann zudem die Wundheilung unterstützen, da es den gebildeten Schorf feucht hält.

Quellenangabe

1 Sands, et al. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 1979; 15: 67-73

2 Pope LE, et al. Antivir Res. 1998; 40: 85-94.

3 Sacks SL, et al. J Am Acad Dermatol 2001; 45: 222-230.

4 Healthcare Brands International Data on File

5 Habbema L, et al. Acta Derm Venereol 1996; 76: 479-481.

6 Bacon TH et al. Clinical Microbiology Reviews 2003; 16(1): 114-128

7 Spruance SL, et al. Anitmicrobial Agents and Chemotherapy 2002; 46(7): 2238-2243.

8 Van Vloten WA, et al. Journal of Antimicrobial Chemotherapy 1983; 12 (Suppl B): 89-93.

9 Fiddian AP, et al. British Medical Journal 1983; 286: 1699-1701.

10 Raborn GW, et al. J Am Dent Assoc 2002; 133 (3): 303-309

11 Godfrey HR, et al.. Altern Ther Health Med. 2001; 7: 49-56.

Besonderheit von ERAZABAN®

Mit einer neuen Wirkweise unterscheidet sich ERAZABAN®   von der Wirkweise anderer Produkte der Indikation Herpes simplex.

Andere antivirale Produkte wirken, indem sie den Virus in der Zelle angreifen. Laboruntersuchungen legen nahe, dass der Wirkstoff des Arzneimittels ERAZABAN®   in die Haut eindringt und so die Zellen vor der Ausbreitung des Herpesvirus schützt. Dieser Wirkmechanismus ist allerdings derzeit unter Anwendungsbedingungen noch nicht belegt, stellt jedoch eine plausible

Erklärung für die in klinischen Studien gezeigte Wirksamkeit des Wirkstoffes des Arzneimittels ERAZABAN® dar.(1)

ERAZABAN®   kann fühzeitig angewendet, die Heildauer verkürzen und die Symptome von Fieberblasen wie Juckreiz, Schmerzen, Kribbeln und Brennen lindern.

Die nachfolgende Graphik zeigt die Wirkweise, die derzeit aufgrund von Laboruntersuchungen an Zellen für den Wirkstoff Docosanol des Arzneimittels Erzaban angenommen wird, im Vergleich zu der Wirkweise anderer antiviraler Produkte *

Für wen ist ERAZABAN® geeignet?

Für Erwachsene und Jugendliche (12 – 18 Jahre)

Wie ist ERAZABAN® aufzutragen?

  • Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren sollten die  Behandlung beginnen sobald sie die ersten Symptome oder Anzeichen von Fieberblasen, z.B. Jucken, Stechen, Brennen oder Kribbeln der betroffenen Stelle bemerken.
  • Weisen Sie die Betroffenen darauf hin, dass sie sich ihre Hände gründlich vor und nach der Behandlung waschen, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden
  • Raten Sie den Patienten, 5mal täglich einen dünnen Film (ungefähr alle 3 Stunden während des Wachseins) sorgfältig auf das komplette Fieberbläschen auf zu tragen
  • Empfehlen Sie die Verwendung der Fingerspitze oder bevorzugt einem Wattestäbchen und weisen Sie den Betroffenen darauf hin, dass er vermeiden sollte, die Tubenöffnung zu berühren, nachdem er das Herpesbläschen berührt hat.
  • Empfehlen Sie dem Betroffenen eine Behandlung bis zur vollständigen Heilung, normalerweise 4-6 Tage, fortzusetzen.

Raten Sie dem Patienten, ERAZABAN® immer greifbar zu haben, ob zuhause, bei der Arbeit, in der Schule, damit er die Behandlung frühzeitig beginnen kann.

Quellenangabe

1 Pope LE, et al. Antivir Res. 1998; 40: 85-94.

2 Sacks SL, et al. J Am Acad Dermatol 2001; 45: 222-230.

3 Habbema L, et al. Acta Derm Venereol 1996; 76: 479-481.

4 Healthcare Brands International Data on File

5 Sands, et al. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 1979; 15: 67-73

ERALYSIN®

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eralysin Fieberblasen

Der Wirkmechanismus von ERALYSIN besteht in einem Antagonismus mit der Aminosäure Arginin, die für die Vermehrung des Herpes Simplex Virus notwendig ist. L-Lysin verringert die intestinale Aufnahme, die Wiederaufnahme über die Niere und den Transport von Arginin im Körper. Es steht daher für die Virusvermehrung weniger Arginin zur Verfügung, womit einer Virusausbreitung Einhalt geboten werden kann.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Einnahme von L-Lysin entweder über einen längeren Zeitraum (2 Monate bis 3 Jahre) oder über den Zeitraum einer Fieberblasenattacke, zu einer Reduktion der Fieberblasenausbrüche bzw. der Reduktion der Symptome oder einer rascheren Abheilung führen kann.

Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die vor allem für die Bildung von Hormonen, Antikörpern und Enzymen wichtig ist und beim Aufbau von Proteinen zentrale Bedeutung hat. Als einer der wichtigsten Kollagen-Bestandteile (dort zusammen mit den Aminosäuren Prolin und Glycin) sorgt es für

  • den Aufbau von Knochen, Sehnen und Blutgefäßen
  • die Festigkeit von Finger- und Zehennägeln
  • straffe Haut
  • glänzendes Haar.

Darüber hinaus fördert Lysin

  • die Resorption von Kalzium
  • die Einlagerung von Kalzium in den Knochen

Lysin schützt vor

  • Kalkeinlagerung in den Blutgefäßen
  • Stressanfälligkeit
  • Depressionen

Der Organismus eines erwachsenen Menschen benötigt täglich etwa 1,0 – 1,5 Gramm Lysin.

Tierische Produkte wie Fisch, Milch, Eier und Fleisch haben einen hohen Anteil an Lysin.

Pflanzliche Produkte wie Getreide weisen nur geringe Mengen Lysin auf (Achtung Vegetarier und Veganer )

Lysin Mangel kann zu folgenden Problemen führen

  • Wachstumsstörungen
  • Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Kollagenmangel

Mögliche Anzeichen hierfür sind

  • Übelkeit
  • Schwindelgefühl
  • Konzentrationsschwäche, Müdigkeit
  • rotgeränderte oder -geäderte Augen
  • trockene, spröde Haut, brüchige Finger- und Zehennägel, Haarausfall

Lysin als medizinischer Wirkstoff

Durch seine Funktion innerhalb des menschlichen Organismus kommt Lysin eine große Bedeutung zu bei der

  • Prophylaxe von Herpeserkrankungen
  • Behandlung bereits bestehender Herpeserkrankungen

Hierbei reduziert es die Argininverwertung der entsprechenden Viren und verlangsamt den Argininübergang zwischen Blutkreislauf und Muskelzellen. Darüber hinaus liegen Hinweise darauf vor, dass die Gabe von Lysin bei Diabeteserkrankungen des Typ 2 eine blutzuckersenkende Wirkung hat.

Verträglichkeit von Lysin

Therapeutische Supplementierungen von bis zu 3.000 mg täglich gelten als unbedenklich und verursachen keine bekannten Nebenwirkungen. Aufgrund der Auswirkungen auf die Blutgerinnungseigenschaften sollten Lysin-Gaben

während der Schwangerschaft und vor Operationen oder bei Blutungsneigung nur nach Rücksprache genommen oder vermieden werden.

Nebenwirkungen von Lysin

Es gibt Hinweise auf eine Verminderung der Blutgerinnung durch die Einnahme von Lysin.

Während einer Schwangerschaft oder vor einer Operation sollte daher kein Lysin in therapeutischen Dosierungen eingenommen werden.

Ansonsten ist Lysin gut verträglich, eine langfristige Einnahme von 3.000 mg L-Lysin pro Tag gilt bei Erwachsenen als sicher.

Studien

Es gibt genügend wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Lysin, Zink und Vitamin C in der Therapie der Herpes Simplex Infektionen,

z.B.

  • Griffith, R.S., A Multicentered Study of Lysine Therapy in Herpes simplex Infection“, Dermatologica 156: 257-267 (1978)
  • Griffith, R.S., Success of L-Lysine Therapy in Frequently Recurrent Herpes simplex Infection, Dermatologica 175: 183-190 (1987)

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